Was ist finanzielle Repression?

Finanzielle Repression DefinitionDer Begriff finanzielle Repression beschreibt generell Maßnahmen des Staates, die seine Finanzierungskosten senken, indem der zugrunde liegende Zinssatz unter den Zinssatz fällt, den der Staat unter Wettbewerbsbedingungen am Markt zahlen müsste. Durch diese Manipulation des Zinssatzes soll die Nachfrage nach Staatsanleihen künstlich erhöht werden.

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Welche Maßnahmen der finanziellen Repression gibt es?

Es gibt viele Kanäle, die der agierende Staat nutzen kann. Im Folgenden haben wir die Wichtigsten für euch aufgelistet.

  1. Kauf von Staatsanleihen durch staatseigene Banken oder Zentralbanken: Dies geschieht seit dem Jahr 2014 im großen Stil. Die EZB kauft Staatsanleihen europäischer Länder, um deren Finanzierungskosten zu senken, wodurch wiederum die aggregierte Nachfrage angekurbelt werden soll. Mittlerweile hat die EZB Staatsanleihen im Wert von ca. 2150 Milliarden Euro (Stand Januar 2020) angehäuft.
  2. Zinsobergrenzen auf Spareinlagen: Im Rahmen dieser Maßnahme der finanziellen Repression deckelt der Staat den Zins auf Spareinlagen, wodurch die eigenen Staatsanleihen als alternatives Investment attraktiver gemacht werden sollen.
  3. Appelle an heimische Banken: Hierbei bittet der Staat heimische Banken, Staatsanleihen zu kaufen, um den Zinssatz zur Finanzierung zu senken.
  4. Gelenkte Kreditvergabe durch staatlich gebundene Institutionen
  5. Bevorzugte Behandlung von Staatsanleihen bei Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen 
  6. Gesetzliche Anforderungen an von bestimmten Institutionen gehaltene Aktiva

Was sind die Konsequenzen finanzieller Repression?

Finanzielle Repression DefinitionDer agierende Staat profitiert durch eine Entlastung des Staatshaushaltes. Wenn der Zinssatz auf Staatsanleihen sinkt, sinken die Finanzierungskosten des Staates. Allerdings führt die im Rahmen der finanziellen Repression stattfindende künstliche Manipulation des Zinssatzes zu einigen Problemen, von denen die wichtigsten im Folgenden aufgelistet sind.

  1. Ineffizienzen bei Allokation von Kapital und Risiken: An einem freien Markt hängt der Zinssatz einer Staatsanleihe maßgeblich vom Risiko der Rückzahlungsfähigkeit ab. Kauft nun z. B. die EZB Staatsanleihen von Ländern, die finanziell ggf. nicht besonders stark aufgestellt sind, verzerrt dies das Risiko.
  2. Glaubwürdigkeitsverluste des Staates und der beteiligten Banken: Durch den gigantischen Ankauf von Staatsanleihen greift die EZB indirekt in die Fiskalpolitik der einzelnen Länder ein.
  3. Willkürliche Umverteilung von Sparern zum Staat
  4. Anreiz des Staates, notwendige Reformen zu verschleppen
  5. Intransparenz

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