Was ist Fremdkapitalrentabilität?

Die Fremdkapitalrentabilität (auch: Fremdkapitalrendite) bezeichnet das Verhältnis von Fremdkapitalzinsen zu dem (von einem Unternehmen) eingesetzten Fremdkapital. Der Begriff meint insofern die durchschnittliche Verzinsung des Fremdkapitals.

Fremdkapitalrentabilität FormelAngenommen ein Unternehmen nimmt einen neuen Kredit bei einer Bank auf: Hierbei handelt es sich aus Sicht des Unternehmens um eine Fremdfinanzierung. Die Fremdkapitalrentabilität misst in dem Fall die durchschnittliche Höhe der Zinsen (z. B. 10 %), die man für das aufgenommene Kapital an die Bank zahlen muss.

Wie wird die Fremdkapitalrentabilität berechnet?

Die Formel zur Berechnung der Fremdkapitalrentabilität lautet:

  • Fremdkapitalrentabilität (%) = Fremdkapitalzinsen / Fremdkapital * 100

Wie man sieht, muss man einfach die Fremdkapitalzinsen durch das gesamte Fremdkapital teilen. Um das Ergebnis in Prozent zu erhalten, multipliziert man noch mit 100.

Wie wird die Fremdkapitalrentabilität interpretiert?

Die Fremdkapitalzinsen stellen Zinsaufwendungen dar, die nicht in Prozent, sondern immer in Euro angegeben werden. Außerdem muss man beachten, dass es sich eigentlich um durchschnittliche Fremdkapitalkosten handelt, denn meistens haben Unternehmen nicht nur eine Verbindlichkeit, sondern mehrere, die oft unterschiedliche Zinssätze haben.

Die Fremdkapitalrendite stellt keine Zunahme des Vermögens für das Unternehmen dar, denn sie informiert darüber, wie viel Zinsen es durchschnittlich bezahlen muss.

Aus der Perspektive der Fremdkapitalgeber hingegen stellt die Fremdkapitalrendite den erwarteten Zinsertrag dar. Wichtig ist also, dass eine positive Fremdkapitalrendite nicht das Vermögen des Unternehmens, das das Geld aufnimmt, erhöht, sondern das des Fremdkapitalgebers.

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Insofern versuchen Unternehmen i. d. R. die Fremdkapitalrendite möglichst gering zu halten, wohingegen die Fremdkapitalgeber die Rendite maximieren möchten.

Das Wichtigste zur Fremdkapitalrentabilität in Kürze

Die Fremdkapitalrentabilität (auch: Fremdkapitalrendite) bezeichnet das Verhältnis von Fremdkapitalzinsen zu dem eingesetzten Fremdkapital.

Hohe Fremdkapitalrenditen deuten i. d. R. auf einen hohen Verschuldungsgrad und damit auf ein höheres Risiko hin. Umgekehrt deuten geringere Fremdkapitalrenditen auf eine geringere Verschuldung und damit ein geringeres Risiko hin.

Die Fremdkapitalrendite wird als gängige Kennzahl verwendet, um das Risiko relativ zu anderen Darlehen zu vergleichen.

Beispiele

Beispiel 1:

In der Sommer GmbH findet zurzeit die betriebliche Auswertung des vergangenen Jahres statt. Die Controllingabteilung hat schon eine Reihe von Kennzahlen zusammengetragen, darunter:

  • Eigenkapital: 312.000 €
  • Fremdkapital: 168.000 €
  • Umsatz: 135.200 €
  • Geleistete Fremdkapitalzinsen: 14.196 €
  • Umsatzrentabilität: 15 %

Wie hoch ist die Fremdkapitalrentabilität bei der Sommer GmbH im vergangenen Jahr?

Die Fremdkapitalrendite wird mit folgender Formel berechnet:

  • Fremdkapitalrentabilität (in %) = (Fremdkapitalzinsen / Fremdkapital) * 100
  • Fremdkapitalrentabilität (in %) = (14.196 €  / 168.000 €) * 100
  • Fremdkapitalrentabilität = 8,45 %