Was ist ein autokratischer Führungsstil?

Ein autokratischer Führungsstil ist oft eher in großen Organisationen (Staat, Militär, Großunternehmung) vertreten als in kleinen, in denen oftmals ein patriarchalischer Führungsstil dominiert.

Autokratischer FührungsstilZur Weisungsbefugnis bedient sich ein autokratischer Führungsstil eines umfänglichen Führungsapparates (Hierarchie), wobei nachgeordnete Linieninstanzen die Entscheidungen des Autokraten durchsetzen. Ein direkter persönlicher Kontakt zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden wie beim patriarchalischen und charismatischen Führungsstil besteht nicht.

Was ist der Grundgedanke des autokratischen Führungsstils?

Durch die Führungslehre wurde der Ausdruck der „traditionellen Herrschaft“ nach Weber aufgegriffen, die in idealtypischer Form den Grundgedanken des autokratischen Führungsstils beschreibt. Kennzeichen dieses Führungsstils ist eine strenge hierarchische Anordnung, die den Vorgesetzten zum „Alleinherrscher“ macht.

Als alleiniger Entscheidungsträger verlangt er bei seinen Untergebenen das Befolgen seiner Anweisungen und duldet keine Kritik an seinen Entscheidungen oder seiner Person. Weber spricht von einer seit jeher bestehenden Ordnung, die auf der Tradition und Eigenwürde des Herrschers beruht.

Diese geltende Ordnung legitimiert die Herrschaftsrolle und wird traditionell an Nachkommen weitergegeben.

Kritische Würdigung des autokratischen Führungsstils

Nur der Vorgesetzte ist durch die klare Zuordnung der Kompetenzen am Kontrollprozess beteiligt. Unstimmigkeiten können direkt erkannt und bereinigt werden. Langwierige Entscheidungsprozesse und Debatten werden durch die Aufgabenvergabe des Vorgesetzten ausgeschlossen.

Kurzfristig kann dadurch die Arbeitsleistung und die damit verbundene Zielerreichung gefördert werden. Langfristig gesehen bewirkt eine rein autokratische Führung eine Demotivation der Mitarbeitenden. Durch das stetige Befolgen der Anweisungen ohne Widerrede können weder Persönlichkeit noch Kreativität entfaltet werden, zudem wird das Arbeitsverhalten der Mitarbeitenden unselbstständig.

Eine fehlende Delegation der Aufgaben und mangelnde Kompetenzübertragung können zu einer Überlastung der Führungskraft führen. Im Falle eines Ausfalls der Führungskraft kann somit niemand die Position gleichwertig ersetzen.

Das Wichtigste zum autokratischen Führungsstil in Kürze

Den autokratischen Führungsstil findet man hauptsächlich in großen Organisationen. Alleiniger Entscheidungsträger ist hier der Vorgesetzte, der sich zur „Ausübung seiner Herrschaft“ eines umfangreichen hierarchischen Führungsapparates bedient. Die nachgeordneten Linieninstanzen setzen die Entscheidungen des Autokraten durch, sodass kein persönlicher Kontakt zwischen dem Vorgesetzten und den Mitarbeitenden besteht.

Diese Führungsstil hat den großen Nachteil, dass der Vorgesetzte über ein hohes Maß an Wissen in zahlreichen Bereichen verfügen muss, und dass der ungebrochene Gehorsam der Mitarbeitenden nicht zu neuen Ideen und Erkenntnissen führt.

Aufgaben

  1. Wo ist ein autokratischer Führungsstil oft verbreitet?
  2. Was ist der Grundgedanke des autokratischen Führungsstils?
  3. Welche Vorteile hat ein autokratischer Führungsstil?
  1. Autokratische Führung ist tendenziell eher in großen Organisationen (Staat, Militär, Großunternehmung) anzutreffen.
  2. Der Führungsstil ist durch eine strenge, hierarchische Anordnung gekennzeichnet. Kritik an den Entscheidungen oder der Person des Vorgesetzten wird nicht geduldet.
  3. Am Kontrollprozess ist nur der Vorgesetzte beteiligt. Es gibt keine langfristigen Entscheidungsprozesse. Unstimmigkeiten können unmittelbar erkannt und bereinigt werden. Eine kurzfristige Förderung der Arbeitsleistung und Zielerreichung kann erreicht werden.