Was ist die Persönlichkeitsstruktur des Menschen?

Die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen wird durch seine Interessen und Abneigungen, Erfahrungen, Wünsche und Pläne bestimmt. Unseren persönlichen Ziele sind Bestandteile unseres Selbstkonzepts. Unsere Ideen über uns selbst sind im Gedächtnis gespeichert. Man kann sagen, dass wir die Summe unserer Erinnerungen sind. Das Netzwerk über uns selbst ist sicherlich das größte, das wir im Gedächtnis abgespeichert haben – über niemanden sonst haben wir so viel gehört, nachgedacht und erfahren.

Die Persönlichkeitsstruktur des Menschen ist also ein Schema im Kopf, und wie viele assoziative Netzwerke ist es strukturiert. Irgendwo im Gehirn ist ein Unternetzwerk zu finden, in dem wir unsere Rolle als Sohn oder Tochter abgespeichert haben, mit allen Eigenschaften und Reaktionen, die dazugehören, wie falsch verstanden werden oder rebellisch sein. In einem anderen Netzwerk, zum Beispiel Leiterin der Personalabteilung, sind andere Assoziationen gespeichert, so etwas wie sich durchsetzen können oder sachlich bleiben. Weil wir verschiedene Rollen im Leben haben, können wir auch sich widersprechende Eigenschaften besitzen. Manche von uns sind beispielsweise streng zu ihren Mitarbeitern, aber lassen bei ihren Kindern vieles durchgehen. Manche flunkern gerne, wenn sie mit ihren Nachbarn reden, sind aber ehrlich zu ihrem Ehepartner. Unsere Persönlichkeitsstruktur ist damit nicht immer dasselbe, sondern verändert sich mit der gesellschaftlichen Rolle, die wir gerade spielen

Wie stabil ist unser Selbst?

Dies ist schon eine wichtige Erkenntnis, denn viele von uns behaupten, dass sie die Persönlichkeit von anderen beurteilen können und dass sie sich selbst für eine relativ stabile Persönlichkeit halten. Menschen möchten gerne, dass andere vorhersagbar sind, das gibt ihnen eine gewisse soziale Kontrolle und damit Sicherheit. So würden wir gerne einen aggressiven Menschen erkennen können und, wenn wir ihn erkannt haben, auch so behandeln, wie er es verdient. Es verunsichert uns zutiefst, wenn wir plötzlich erfahren, wie menschlich ein Massenmörder gegenüber seinen Kindern sein kann. Etwas nicht vorhersagen zu können mögen wir nicht. Jedes Selbst ist aber tatsächlich ein relatives Selbst, wir sind veränderbar und können unterschiedliche und gegensätzliche Rollen einnehmen. Dies müssen wir sogar, weil gesellschaftliche Rollen und wechselnde soziale Situationen es so erfordern.

Die Idee, dass wir ein stabiles Selbst haben, ist also unsere eigene Erfindung, deshalb nennen wir das Selbst in der Psychologie auch das Selbstkonzept. Dieses beinhaltet, wie wir uns selbst einschätzen und fühlen, wir bezeichnen es auch als unser Selbstwertgefühl. Grundsätzlich denken wir über uns selbst positiv und entwerfen, selbst wenn unsere Leistungen unter dem Schnitt liegen, ein positives Selbstbild. Fast alle Männer halten sich für überdurchschnittlich gute Autofahrer, und fast alle Mütter sind ihrer Meinung nach besser als die durchschnittliche Mutter.

Generell streben wir also nach einem positiven Selbstbild, und unsere Psyche tut alles, damit wir uns gut fühlen. Gerade wenn es einem schlecht geht, vergleicht man sich lieber mit Personen, die weniger erreicht haben als man selbst. Man nimmt soziale Vergleiche demnach vor, um sich selbst besser zu fühlen. Und das tun wir häufig unbewusst – wie ein Autopilot steuert unser psychisches System die selbstwertdienlichste Bewertung an.

Wie kann die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen bestimmt werden?

Um die Persönlichkeitsstruktur von Menschen zu bestimmen und damit ihr Verhalten über verschiedene Situationen hinweg vorhersagen zu können, haben sich in der Psychologie Fragebögen durchgesetzt, die fünf wichtige Faktoren berücksichtigen, auch Big Five genannt. Diese Faktoren enthalten Eigenschaften und Attribute, die das Verhalten von Menschen in vielen Situationen beeinflussen. Mit dieser Struktur ist nicht jeder Persönlichkeitspsychologe einverstanden, aber sie sind zumindest Ausgangspunkt für viele Diskussionen. Die fünf Faktoren sind Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, emotionale Stabilität oder Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen.

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  • Ein hohes Maß an Extraversion bedeutet, dass jemand gesprächig, energiegeladen, bestimmt und entscheidungsfreudig ist sowie Interesse an engen Bindungen hat. Wer ein niedriges Maß an Extraversion hat, ist dagegen eher ruhig, reserviert, schüchtern, zögernd, zurückgezogen und reflexiv.
  • Unter Verträglichkeit versteht man, dass jemand verlässlich, freundlich, mitfühlend, bescheiden, sanftmütig und altruistisch ist. Wenig verträgliche Menschen sind dagegen kalt, streitsüchtig, unbarmherzig, unkooperativ, misstrauisch und zynisch.
  • Gewissenhaftigkeit bedeutet, dass eine Person gut vorbereitet, verantwortungsbewusst, vorsichtig, selbstdiszipliniert und kompetent ist. Das Gegenteil wäre, sorglos, verantwortungslos, leichtfertig und planlos durchs Leben zu gehen.
  • Als emotional stabil bezeichnet man Menschen, die ruhig, zufrieden, selbstsicher und unbefangen sind sowie einen entspannten Zugang zu Herausforderungen haben. Zum Neurotizismus neigen hingegen Personen, die besorgt, labil, launenhaft, ängstlich, depressiv und verletzlich sind.
  • Unter Offenheit für Erfahrungen versteht man, dass jemand kreativ, intellektuell und offen ist sowie strenge Regeln und Autoritäten ablehnt – und nicht einfach, oberflächlich, unintelligent und bodenständig ist.

Entsprechende Fragebögen ermitteln eine Kombination dieser Eigenschaften, um vorhersagen zu können, wie sich ein Mensch in einer bestimmten Situation verhält. Die fünf Haupteigenschaften sind meist eine Mischung aus vererbten Anlagen und Sozialisation. Andere Umgebungen können jedoch auch im höheren Lebensalter Menschen noch stark verändern.