Was ist Zero Base Budgeting?

Zero Base Budgeting (Null-Basis-Budgetierung) heißt eine neuerdings öfter angewendete Planungstechnik, die auf eine komplette Hinterfragung einzelner Gemeinkostenbudgets zielt. Beim ZBB werden keine Gemeinkostenbudgets fortgeschrieben, sondern für den jeweiligen Planungszeitraum von Null ausgehend neu geplant und entsprechend ihrem Nutzen für das Unternehmensziel zusammengeführt. Eventuell können dann bestimmte Planbudgets gekürzt werden oder auch ganz wegfallen.

In der Praxis zeigt sich, dass nicht alle Gemeinkostenbetriebe gleichzeitig dem Zero Base Budgeting ausgesetzt werden, sondern das sich die Unternehmen quasi rotierend auf unterschiedliche Gemeinkostenbereiche konzentrieren und dort dann hinterfragt wird, ob und in welcher Qualität die Leistungen am kostengünstigsten erbracht werden können.

Wie wird beim Zero Base Budgeting vorgegangen?

Grundlage des Vorgehens sind beim Zero Base Budgeting die strategischen und operativen Ziele der Unternehmung, die über alle Unternehmensebenen hinweg operationalisiert werden. Dann grenzen die Abteilungsleiter mit Unterstützung eines ZBB-Teams Teilziele und die Organisationseinheiten (Abteilungen, Stellen, Projekte o. ä.) als Entscheidungseinheiten ab.

In den nächsten Schritten sind für jede Entscheidungseinheit drei Leistungsniveaus und die zugehörigen Arbeitstätigkeiten sowie Kosten zu bestimmen. Dabei ist zu prüfen, welche Tätigkeiten inwieweit benötigt werden und welche Verfahren für ihre Erbringung am effizientesten sind. Unter Nutzung der Kreativität der Entscheidungseinheiten sind möglichst wirtschaftliche Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Die erarbeiteten Informationen werden in sogenannten Entscheidungspaketen formularmäßig niedergelegt und für die Entscheidungsfindung systematisch zusammengestellt.

Zero Base BudgetingIn den folgenden Schritten gelangt man über eine Rangordnung der Entscheidungspakete zu einem Gesamtbudget. Am Ende des Priorisierungsprozesses über alle Hierarchieebenen kann die Unternehmensleitung durch einen Budgetschnitt bestimmen, welche Entscheidungspakete noch zu realisieren sind. Die letzten Verfahrensschritte dienen dann der Umsetzung und Kontrolle der genehmigten Entscheidungspakete.

Die Erarbeitung, Analyse und Bewertung alternativer Aktivitäten bzw. Leistungen, die zu Programmen oder Entscheidungspaketen zusammengestellt sowie dokumentiert werden, bilden damit die Basis für die Vorgabe der periodenbezogenen Budgets. Da dieses Vorgehen beim ZBB sehr aufwendig ist, kann es lediglich in größeren Abständen durchgeführt werden. Für die periodische Budgetierung kann man statt dessen Techniken der Programmbudgetierung einsetzen.

Beispiele

Beispiel 1: 

Eine deutsche Geschäftsbank hat beispielsweise im Rahmen eines Zero Base Budgetings beschlossen, die Bewirtung während interner Besprechungen bzw. in Konferenzen mit externen Gästen drastisch zu kürzen, und dadurch ein erhebliches Einsparvolumen identifiziert.

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