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Beurteilung für die dynamische Amortisationsrechnung

  • Wie die statische Amortisationsrechnung, jedoch ist die Berücksichtigung der Zeitpräferenz (dynamische Komponente) vorteilhafter.
  • Langfristige Investitionen mit hohen Anfangsauszahlungen werden tendenziell schlechter gestellt.
  • Mithilfe der dynamischen Amortisationsrechnung kann weder eine absolute noch eine relative Vorteilhaftigkeit (Rentabilität) festgestellt werden. Die Amortisationszeit ist somit neben den anderen Investitionsrechnungsverfahren lediglich eine zusätzliche Entscheidungshilfe bei der Beurteilung von Investitionsobjekten.

Das Wichtigste zur dynamischen Amortisationsrechnung in Kürze

Im Gegensatz zur statischen Amortisationsrechnung berücksichtigt die dynamische Amortisationsrechnung bei der Berechnung der Zeitdauer des Mittelrückflusses auch den unterschiedlichen zeitlichen Zahlungsanfall durch Diskontierung der Zahlungen zum Kalkulationszinssatz. Die dynamische Amortisationszeit einer Investition ist die Zeit, bei der der Kapitalwert der betreffenden Investition gerade gleich Null ist. Die Amortisationszeit ist die Mindestnutzungsdauer für ein Investitionsobjekt. Die dynamische Amortisationszeit einer Investition ist die Zeit, die vergeht, bis der Investor die Anschaffungsauszahlung nebst Verzinsung wiedergewonnen hat. Allgemein entspricht eine kürzere dynamische Amortisationszeit einem geringeren Investitionsrisiko.

Aufgabe

Ein gewerbliches Unternehmen plant folgende Photovoltaikinvestition:

  • Laufende Einnahmen aus der Investition pro Jahr netto 28.000 €
  • Laufende Ausgaben pro Jahr netto, die durch die Investition bedingt sind 2.000 €
  • Anschaffungswert netto 276.000 €
  • Nutzungsdauer in Jahren 20
  • Finanzierung: Eigenkapital 10% = 27.600 €; Fremdkapital 90% = 248.400 €
  • Zinssatz Fremdkapital: 3,50% wird bei der Kapitaldienstermittlung eingesetzt
  • Zinssatz Eigenkapital: 2,00%
  • Mischzinssatz = Kalkulationszinssatz: 3,35%. Wird in der Amortisationsrechnung eingesetzt.
  • Laufzeit Fremdkapital in Jahren: 12. Innerhalb dieser Zeit muss das Fremdkapital hereingebracht werden.
  • Das Eigenkapital wird über die Amortisationsdauer hereingespielt.

 

  • Kann unter diesen Bedingungen die Investition als wirtschaftlich bezeichnet werden?
  • Wie lange ist die Amortisationsdauer?
  • Interpretiere das Ergebnis?
  • Kann unter diesen Bedingungen die Investition als finanzierbar bezeichnet werden?
  • Wieviel Geld kann der Unternehmer in den ersten Jahren pro Jahr aus der Unternehmung entnehmen für privaten Verbrauch?
  • Wieviel Geld kann der Unternehmer pro Jahr maximal entnehmen, wenn der Kredit getilgt ist?

Lösung

  • Anschaffungswert = 276.000,00 €
  • Laufende Einnahmen aus der Investition pro Jahr netto  = 28.000,00 €
  • Laufende Ausgaben der Investition = 2.000 €
  • Aufzinsungsfaktor = 1,0335
  • Zinssatz p. a. = 3,35
  • Barwertfaktor = 10,6148673477
  • Amortisationsdauer = 13
  • Nutzungsdauer = 20
  • Die Investition kann als wirtschaftlich bezeichnet werden.
  • Die Amortisationsdauer beträgt 13 Jahre.
  • Interpretation: Das investierte Kapital wird unter diesen Bedingungen innerhalb von 13 Jahren zurückgewonnen und das in dieser Zeit gebundene Kapital wird mit 3,35% p. a. verzinst

.

  • Kann unter diesen Bedingungen die Investition als finanzierbar bezeichnet werden?
  • Finanzplan für ein laufendes Jahr
  • Laufende Ausgaben durch den Betrieb der Investition bedingt = 2.000 €
  • (z. B. Treibstoff, Schmiermittel, Service, Versicherung, Löhne, Reparaturen, Abgaben, Maut usw.)
  • Überschuss/Unterdeckung laufender Betrieb = 26.000,00 €
  • Kapitaldienstbelastung, die durch die Investition bedingt ist = 25.705,41 €
  • für Privatentnahmen und Investitionen zur Verfügung stehende Geldmittel =  294,59 €
  • geplante Geldmittelentnahmen des Unternehmers (Privatbedarf)
  • Überschuss/Unterdeckung gesamt = 294,59 €

 

  • Die Investition kann als finanzierbar bezeichnet werden.
  • Der Unternehmer kann pro Jahr maximal 26.000,00 € entnehmen, wenn der Kredit getilgt ist.
  • Der Unternehmer kann in den ersten Jahren pro Jahr 294,59 € aus der Unternehmung für privaten Verbrauch entnehmen.

 

 

 

Literaturhinweis

Klaus-Dieter Däumler, Jürgen Grabe, Christoph R. Meinzer: Investitionsrechnung verstehen – Grundlagen und praktische Anwendung, mit Online-Training, dynamische und statische Verfahren, Amortisationsrechnung und Break-even-Analyse, Einführung in die Unternehmensbewertung, 14. Aufl., nwb Verlag 2019.