Allgemein 

Die Einkommenselastizität (der Nachfrage) misst die prozentuale Änderung der nachgefragten Menge eines Gutes infolge einer Veränderung des Einkommens der privaten Haushalte um ein Prozent.


Für normale Güter ist die Einkommenselastizität der Nachfrage immer positiv. Dies liegt daran, dass die Nachfrage nach normalen Gütern (z.B Autos) mit steigendem Einkommen größer wird.

Wenn der errechnete Wert für die Einkommenselastizität der Nachfrage größer als 1 ist, spricht man von einer elastischen Nachfrage. Im Klartext bedeutet dies, dass durch eine Steigerung des Einkommens um ein Prozent die nachgefragte Menge um mehr als ein Prozent steigt (Fall 1)). Wenn der errechnete Wert kleiner als 1 ist, so liegt eine unelastische Nachfrage vor. Analog bedeutet dies, dass eine Steigerung des Einkommens um ein Prozent zu einer Steigerung der nachgefragten Menge um weniger als ein Prozent führt (Fall 2)).

Falls der errechnete Wert für die Einkommenselastizität negativ ist, liegt ein inferiores Gut vor. Ein negativer Wert bedeutet, dass eine Erhöhung des Einkommens zu einem Rückgang der Nachfrage führt (Fall 3)). Aus diesen Überlegungen können wir also folgendes festhalten:
Einkommenselastizität berechnen
Bei Einkommenselastizitäten größer als 1 spricht man auch oft von superioren Gütern. Liegt die Einkommenselastizität zwischen 0 und 1 bezeichnet man das Gut auch als relativ inferiores Gut, da die nachgefragte Menge langsamer wächst als das Einkommen. Bei negativen Einkommenselastizitäten spricht man auch von absolut inferioren Gütern. Lasst euch von diesen Begriffen nicht verwirren.


Eine sehr hohe Einkommenselastizität kann sowohl ein Fluch als auch ein Segen für die Unternehmen hinter dem Gut sein. In Jahren mit einem starken Wirtschaftswachstum (führt zu steigendem Einkommen der Haushalte) werden die Unternehmen besonders viel verkaufen können. In Krisenjahren (führt zu sinkendem Einkommen der Haushalte) müssen diese Unternehmen jedoch auch einen enormen Nachfragerückgang hinnehmen.

Berechnung der Einkommenselastizität

Um die Einkommenselastizität der Nachfrage zu berechnen benutzen wir folgende Formel:

Einkommenselastizität Formel

Q — die nachgefragte Menge

Q steht in der Formel für die nachgefragte Menge eines Gutes.

I — das Einkommen

I bezeichnet in der Formel das Einkommen der privaten Haushalte.

Wer an dieser Stelle noch nicht ganz verstanden hat was die Einkommenselastizität der Nachfrage ist und wie man diese berechnet, sollte sich auf jeden Fall die folgenden Beispiele ansehen.

Beispiele

Beispiel 1:

Das durchschnittliche jährliche Einkommen der Haushalte in Deutschland steigt von 70.000€ auf 75.000€. Infolgedessen steigt die jährlich nachgefragte Menge an Smartphones in Deutschland von 1.000.000 Stück auf 1.100.000 Stück. Wie hoch ist die Einkommenselastizität der Nachfrage und was lässt sich daraus schließen?


Einkommenselastizität Beispiel

Das Ergebnis beträgt 1,4 — in diesem Beispiel handelt es sich also um eine elastische Nachfrage. Eine Erhöhung des Einkommens um 1% führt zu einer Erhöhung der nachgefragten Menge um 1,4%. Obendrein können wir folgern, dass es sich bei Smartphones um normale Güter (bzw. superiore Güter) handelt, da der errechnete Wert positiv ist.

Beispiel 2:

Eine Erhöhung des Einkommens der privaten Haushalte in Deutschland um 15% führt zu einem Rückgang der Nachfrage nach billigem Fleisch um 10%.
Wie lässt sich dieses Phänomen erklären? Wie hoch ist die Einkommenselastizität der Nachfrage? Was lässt sich aus dem berechneten Wert folgern?

Einkommenselastizität berechnen Beispiel

Die Einkommenselastizität der Nachfrage beträgt in diesem Beispiel -0,67. Eine Erhöhung des Einkommens um 1% führt also zu einem Rückgang der Nachfrage um 0,67%. Wir können also folgern, dass es sich bei billigem Fleisch um ein inferiores Gut handelt.

Die Konsumenten haben nach der Erhöhung des Einkommens mehr Geld zur Verfügung und kaufen statt billigem Fleisch lieber Rinderfilet. Die Nachfrage nach billigem Fleisch sinkt also.

2 Kommentare

  1. Also handelt es sich bei einem negativen Wert der Einkommenselastizität um ein inferiores Gut, aber eine Unterscheidung zwischen elastisch und unelastisch gibt es im negativen Bereich nicht mehr?
    Lg
    Benni

    • Hallo Benni,
      wenn man die Elastizität betrachtet, schaut man sich in der Regel den Betrag an, welcher natürlich immer größer als 0 ist. Ist der Betrag größer 1, ist die Funktion elastisch, ist der Betrag zwischen 0 und 1, so ist die Funktion unelastisch. Wenn du nicht den Betrag betrachtest, kannst du auch bei einem Wert kleiner -1 von einer elastischen Funktion sprechen. Im Bezug auf die Einkommenselastizität würde dies bedeuten, dass die nachgefragte Menge schneller sinkt als das Einkommen.

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