Was ist der Kaufkraftindex?

Der Kaufkraftindex ist neben der Zentralitätskennziffer eine der entscheidenden Kennzahlen der Makro-Standortwahl für den Einzelhandel. Durch den Kaufkraftindex wird die Sachlage, dass manche Gebiete Kaufkraft aus dem Umland auf sich ziehen und andersherum, abgebildet.

Kaufkraftindex DefinitionUnter Kaufkraft versteht man das verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive Transferzahlungen durch den Staat. Je höher die Kaufkraft, desto besser ist dies tendenziell für die Wirtschaft. Wie die Kaufkraft regional auf Bundesländer und Städte verteilt wird, kann mit dem Kaufkraftindex berechnet werden.

Gebiete mit einem hohen Kaufkraftindex sind dementsprechend solchen mit einem niedrigen Kaufkraftindex generell vorzuziehen.

Interpretation des Kaufkraftindex

Was genau sagt es aus, wenn ein Stadtkreis z. B. einen Kaufkraftindex von 94,3 aufweist? Dies erklären wir im folgenden Abschnitt.

Kaufkraftindex > 100

Dies bedeutet, dass das betrachtete Gebiet Kaufkraft aus dem Umland abzieht. Ein solcher Stadt- oder Landkreis würde tendenziell als guter Makro-Standort für den Einzelhandel eingestuft werden.

Kaufkraftindex = 100

Dies bedeutet, dass der betrachtete Standort genau die Kaufkraft realisiert, welche die Anzahl an Einwohnern im nationalen oder städtischen Durchschnitt vermuten lässt. Ein solches Gebiet würde bei der Standortwahl eines Einzelhändlers weder besonders gut, noch schlecht auffallen.

Kaufkraftindex < 100

Hieran lässt sich erkennen, dass das betrachtete Gebiet Kaufkraft an das Umland verliert. Solch ein Standort ist für Einzelhändler eher ungünstig.

Beispiele

Beispiel 1:

Kaufkraftindex DeutschlandIm Rahmen der von der GfK betriebenen Marktforschung wird regelmäßig die Kaufkraft in den verschiedenen Bundesländern und Stadtkreisen analysiert. Für 2018 wurden für das Bundesland NRW ein Kaufkraftindex von 99,1 ermittelt, für den Stadtkreis Düsseldorf ein Wert von 117,7.

Wie könnte man die beiden Werte im Hinblick auf die Standortwahl interpretieren?

Mit einem Wert von unter 100, schneidet das Bundesland NRW eher schlecht ab. Andere Bundesländer ziehen also tendenziell mehr Kaufkraft aus NRW ab als andersherum. Dementsprechend gibt es bessere Bundesländer, die ein Einzelhändler als Standort wählen kann.

Andererseits weist die Landeshauptstadt Düsseldorf mit 117,7 einen sehr hohen Wert auf, was bedeutet, dass in Düsseldorf mehr eingekauft wird, als die durchschnittliche Kaufkraft der Anzahl der Einwohner vermuten lässt.

Obwohl NRW eher schlecht abschneidet, wäre Düsseldorf eine gute Wahl für einen Einzelhändler.