Was ist die Zentralitätskennziffer?

Zentralitätskennziffer DefinitionDie Zentralitätskennziffer ist eine Maßzahl, welche vom Einzelhandel verwendet wird, um die Attraktivität eines Makro-Standortes zu bestimmen. Sie gibt die Bedeutung bestimmter Teilräume (z. B. SK Hamburg) als Einzelhandelsstandorte an, indem das Verhältnis aus Warenumsatz und Warennachfrage in dem bestimmten Gebiet berechnet wird.


Trotz der einfachen Berechnung gilt die Zentralitätskennziffer neben dem Kaufkraftindex als bedeutendste Maßzahl bei der Standortwahl, da in ihr alle für den Einzelhandel relevanten Determinanten der Nachfrage und des Angebots vereint werden.

Berechnung und Interpretation der Zentralitätskennziffer

Die Zentralitätskennziffer wird durch den Quotient aus dem Warenumsatz im Einzelhandel in einem bestimmten Teilraum geteilt durch die Warennachfrage der privaten Haushalte in dem bestimmten Teilraum berechnet. Das Ergebnis wird meist noch mit 100 multipliziert, um Nachkommastellen zu vermeiden.

Aus diesen Überlegungen ergibt sich folgende Formel.


Zentralitätskennziffer Formel

Je nachdem wie das Verhältnis von Umsatz zu Warennachfrage in dem bestimmten Teilgebiet ist, ergeben sich für die Zentralitätskennziffer Werte größer oder kleiner als 100. Wie die Werte zu interpretieren sind, klären wir im folgenden Abschnitt.

Zentralitätskennziffer > 100 

In diesem Fall liegt ein positiver Einkaufspendlersaldo vor. Dies bedeutet, dass zusätzlich Leute aus der Umgebung in das Teilgebiet kommen, um dort einzukaufen. Der Teilraum übernimmt also eine Versorgungsfunktion für das Umland. Ein solches Gebiet würde als guter Standort für den Einzelhandel gelten.

Zentralitätskennziffer = 100 

In diesem Fall spricht man von einem Selbstversorgerstandort. Der im Einzelhandel gemachte Warenumsatz entspricht also genau der Kaufkraft der privaten Haushalte in dem betrachteten Teilgebiet.

Zentralitätskennziffer < 100 

In diesem Fall liegt ein negativer Einkaufspendlersaldo vor. Dies bedeutet, dass Kaufkraft aus dem betrachteten Teilgebiet in andere Gebiete abfließt. Dementsprechend wäre dies eher ein schlechter Standort für den Einzelhandel.


Beispiele

Beispiel 1:

Zentralitätskennziffer BeispieleDie GfK veröffentlicht im Rahmen ihrer Marktforschung regelmäßig Studien zur Einzelhandelszentralität in Deutschland. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2015, dass der Stadtkreis Köln eine Zentralitätskennziffer von 122,9 aufweist. Der Stadtkreis Frankfurt am Main weist hingegen einen Wert von 104,6 auf.

Wie sind die gegebenen Werte im Hinblick auf die Standortwahl zu interpretieren?

Würde ein Händler seine Standortwahl nur anhand der Zentralitätskennziffer treffen, wäre Köln in diesem Fall Frankfurt am Main vorzuziehen.

Köln weist einen Wert deutlich über 100 auf, was dafür spricht, dass Kaufkraft aus dem Umland nach Köln abfließt und Köln zu einem zentralen Einzelhandelsstandort macht. Frankfurt hingegen weist einen Wert nahe 100 auf, was eher für eine Selbstversorgung spricht.

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