Was versteht man unter einer kurzfristigen Erfolgsrechnung?

Unter einer kurzfristigen Erfolgsrechnung versteht man die in kürzeren Zeitabständen durchgeführte Feststellung des Betriebserfolges. Meist wird die kurzfristige Erfolgsrechnung auf den Zeitraum eines Monats begrenzt. Doch kann sie auch kürzere oder längere Zeiträume umfassen, je nach der betrieblichen Notwendigkeit.

Es besteht keine Verpflichtung zur Durchführung einer kurzfristigen Erfolgsrechnung. Doch ist sie zur Information der Geschäftsführung dringend zu empfehlen.

Welche Erkenntnisziele kann die kurzfristige Erfolgsrechnung haben?

Die kurzfristige Erfolgsrechnung kann zum Ziele haben, in kürzeren Zeitabschnitten (also beispielsweise monatlich) einen ungefähren Überblick über die Gesamtentwicklung des Unternehmens zu erhalten (Bilanzrechnung). Meist hat sie aber kalkulatorischen Charakter mit dem Ziel, den rein betrieblichen Erfolg während eines kurzfristigen Zeitraums festzustellen (Aufwand- und Ertrag-Rechnung).

Inwieweit können die Ergebnisse verschiedenartiger kurzfristiger Erfolgsrechnungen bedeutungsvoll sein?

Die erste Art der kurzfristigen Erfolgsrechnung (Bilanzrechnung) vermag der Geschäftsführung allgemeine Hinweise hinsichtlich der Entwicklung des Unternehmens und damit den voraussichtlichen Jahreserfolg zu geben. Dementsprechend können Planungen, Dispositionen und sonstige geschäftspolitische Entscheidungen getroffen werden.

Kurzfristige ErfolgsrechnungDie zweite Art kurzfristiger Erfolgsrechnung (Aufwand- und Ertrag-Rechnung) vermag hingegen genauere Unterlagen über die rein betriebliche Rentabilitätsentwicklung zu liefern und ermöglicht es, laufend den Betrieb in seiner Leistungsfähigkeit und seinem Leistungswillen zu kontrollieren und die Kalkulation und betriebliche Preispolitik zu überprüfen.

Auf welche Weise lässt sich die Bilanzrechnung durchführen?

Die Bilanzrechnung kann nach der Methode des Jahresabschlusses durchgeführt werden, d. h. also durch Feststellen und Verrechnen der Bestände (Inventur), Aufwendungen und Erträge. Doch hat diese Methode erhebliche Nachteile, insbesondere weil das Feststellen der Bestände mittels Inventur viel zu umständlich, zeitraubend und kostspielig ist, sodass sie, trotzdem sie als sorgfältigste Methode der kurzfristigen Erfolgsrechnung anzusehen ist, nur selten angewandt wird.

Man bedient sich darum häufig einer mehr überschlägigen Methode, indem man auf die genaue Bestandsaufnahme und den formellen Abschluss der Bücher verzichtet und dafür aus der Buchhaltung die rechnerisch leicht feststellbaren Bestände übernimmt vielfach auch unter Herbeiziehung von Lagerbüchern oder von sog. Stücklisten.

Die Abschreibungswerte, Zinsaufwendungen u. a. m. können von den Jahreswerten ausgehend auf den kurzfristigen Abrechnungszeitraum anteilig umgerechnet und berücksichtigt werden. Die Zusammenstellung der so gewonnenen Bestands- und kalkulatorischen Werte ergibt einen ungefähren Überblick über den Geschäftserfolg.

Auf welche Weise kann die Aufwand- und Ertrags-Rechnung im Rahmen der kurzfristigen Erfolgsrechnung durchgeführt werden?

Die kurzfristige Aufwand- und Ertrags-Rechnung kann durchgeführt werden im

  • Gesamtkostenverfahren oder im
  • Umsatzkostenverfahren.

Wie ist der Vorgang beim Gesamtkostenverfahren?

Das Gesamtkostenverfahren lehnt sich an die Finanzbuchhaltung an.

Zuerst werden die neutralen Aufwendungen und Erträge abgegrenzt, die den Betriebserfolg nicht beeinträchtigen dürfen.

Es folgt die Abgrenzung der Aufwendungen und Erträge in kalkulatorischer Hinsicht (Zinsen, Abschreibungen usw.) sowie in zeitlicher Hinsicht (Urlaubslöhne usw., die auf das ganze Jahr zu verteilen sind).

Alsdann sind die Lagerbestandsänderungen an Halb- und Fertigerzeugnissen zu Herstellkosten festzustellen sowie die Erlöse und Erlösschmälerungen während der in Frage stehenden Zeitspanne.

Schließlich werden die festgestellten betriebsbedingten Kosten des Abrechnungszeitraums. die Bestandsänderungen, Erlöse und Erlösschmälerungen auf das Betriebsergebniskonto übertragen, dessen Saldo den betrieblichen Gewinn oder Verlust des Zeitraums angibt.

Welche Vor- und Nachteile hat das Gesamtkostenverfahren?

Der Vorteil des Gesamtkostenverfahrens liegt darin, dass seine rechnerische Durchführung relativ einfach ist und innerhalb des Kontensystems der Geschäftsbuchhaltung vorgenommen werden kann. Es ist aber auch möglich, sie in statistischer Form im Rahmen der Betriebsabrechnung zu erledigen..

Ein Nachteil des Gesamtkostenverfahrens besteht darin, dass die Kosten und Erlöse nur in ihrer Gesamtheit und nicht nach ihrem Anteil an den einzelnen Erzeugnissen festgestellt werden, sodass eine Kosten- und Ertragskontrolle für die einzelnen Erzeugnisse nicht möglich ist.

Wie ist der Vorgang beim Umsatzkostenverfahren?

Beim Umsatzkostenverfahren werden die Erlöse der einzelnen Erzeugnisse oder Erzeugnisgruppen den Selbstkosten dieser verkauften Erzeugnisse gegenübergestellt. Die Bezeichnung Umsatzkostenverfahren wurde deshalb gewählt, weil lediglich diejenigen Kosten berücksichtigt werden, die den Umsatzleistungen zuzüglich den errechneten innerbetrieblichen Leistungen entsprechen.

Zunächst müssen auch hier die neutralen Aufwendungen und Erträge eliminiert  und die kalkulatorischen und zeitlichen Abgrenzungen durchgeführt werden. Über den Betriebsabrechnungsbogen werden die Löhne und Gemeinkosten den betroffenen Kostenstellen zugewiesen und die notwendigen Kalkulationssätze festgestellt, während die Materialeinzelkosten unmittelbar auf die Erzeugnisse verrechnet werden können.

Wegen der bekannten Materialkosten, der verrechneten Materialgemein- und Fertigungskosten sowie der zuzuschlagenden Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten und der Sondereinzelkosten des Vertriebs können jetzt die Selbstkosten je Erzeugniseinheit bestimmt werden.

Unter Berücksichtigung der Menge der umgesetzten Erzeugnisse ist es alsdann möglich, sowohl die Selbstkosten der einzelnen Erzeugnisse oder Erzeugnisgruppen zu errechnen als auch die entsprechenden Erlöse je Einheit. Die Gesamterlöse, aufgegliedert nach Erzeugnisgruppen, sind bekannt, ebenfalls die Menge der umgesetzten Erzeugnisse.

Die Geschäftsleitung ist so über die Umsatz- und Ertragssituation jedes einzelnen Erzeugnisses bzw. jeder Erzeugnisgruppe informiert.

Wie wirkt sich das Umsatzkostenverfahren in der Buchführung aus?

In der Buchführung werden beim Umsatzkostenverfahren die Materialeinzelkosten, die verrechneten Fertigungs-, Material-, Verwaltungs- und Vetrtriebsgemeinkosten sowie die Sondereinzelkosten des Vertriebs über die entsprechenden Konten der betrieblichen Leistungsabrechnung auf die Aufwandseite des Betriebsergebniskontos verrechnet, das auf seine Ertragsseite die Erlöse der umgesetzten Erzeugnisse, aufgegliedert nach Erzeugnisgruppen, erhält.

Es ist jedoch zweckmäßiger, das Umsatzkostenverfahren im Rahmen der Betriebsabrechnung statistisch durchzuführen, zumal es im Grunde als eine Art gesamtbetriebliche Nachkalkulation anzusehen ist.

Welchen Vorteil hat das Umsatzkostenverfahren?

Der Vorteil des Umsatzkostenverfahrens besteht einmal darin, dass sowohl die Kosten als auch die Erlöse nach Erzeugnissen bzw. Erzeugnisgruppen differenziert werden, sodass der Erfolgsanteil eines jeden Kostenträgers kritisiert werden kann. Weiterhin ist von Vorteil, dass keine Inventur oder Bestandsrechnung durchgeführt werden muss.

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