Was sind Primärkosten?

Je nach Herkunft der Kostenträger unterscheidet man Primärkosten und Sekundärkosten. Die Primärkosten werden auch ursprüngliche oder originäre Kosten genannt. Die Unterscheidung bezieht sich darauf, ob die Kosten direkt für bzw. in den einzelnen Bereichen anfallen (Primärkosten), oder über die innerbetriebliche Leistungsverrechnung der Kostenstelle zugeordnet werden (Sekundärkosten).  Den Primärkosten ist gemeinsam, dass sie den Verbrauch von Gütern, Arbeits- und Dienstleistungen erfassen, die der Betrieb von den Beschaffungsmärkten bezogen hat.


Primärkosten

Primärkosten bzw. primäre Gemeinkosten lassen sich direkt den Endkostenstellen zuteilen. Sie müssen also im Gegensatz zu Sekundärkosten nicht über Verrechnungsverfahren zwischen den Vor- und Hilfskostenstellen auf die Endkostenstellen verteilt werden.

Die Primärkosten werden in der Kostenartenrechnung erfasst.

Beispiele für Primärkosten

Personalkosten

Zu den Personalkosten zählen Löhne, Gehälter sowie gesetzliche und freiwillige Sozialkosten.


Die einzelnen Personalkosten unterscheiden sich bezüglich ihrer Abhängigkeit zur erbrachten Leistung bei Arbeitern in

  • Zeitlöhne,
  • Akkordlöhne,
  • Prämienlöhne.

Bei Angestellten gelten Gehälter als vereinbarte Kosten je Zeiteinheit. Diese sind leistungsunabhängig und stellen sowohl Gemeinkosten als auch Fixkosten dar. Im Zusammenhang mit der Einstellung oder Entlassung von Mitarbeitern fallen sog. sonstige Personalkosten an, die den Gemeinkosten zurechenbar sind. Dazu zählen Stellenanzeigen, Vorstellungskosten oder Abfindungskosten.

Material- und Werkstoffkosten

Materialkosten sind die mit Preisen bewertete Verbrauchsmenge an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie deren Aggregate. Die Kosten dieser Materialien sind von der jeweiligen Wirtschaftslage, die die Preise des Handels bestimmt, vom Transport und der Art des Einsatzes abhängig. Bei Herstellungsbetrieben spricht man von Material bzw. Materialeinsatz, bei Handelsbetrieben von Handelsware bzw. Handelswareneinsatz.

Kaptalkosten

PrimärkostenverteilungKapitalkosten stellen den Gegenwert für den entgangenen Nutzen durch die Bereitstellung des Kapitals für betriebliche Zwecke dar. Sie entstehen im Unternehmen durch den Einsatz von Kapital zur Leistungserstellung, die rein kalkulatorisch in der Kostenrechnung zum Einsatz kommen. Es sind die Kosten, denen entweder kein Aufwand (Zusatzkosten) oder ein Aufwand in anderer Höhe (Anderskosten) gegenüberstehen. Sie stimmen mit realen Güter- und Geldströmen nicht überein (pagatorische Kosten), sondern haben die Aufgabe, die gewünschten Gewinne und Preisschwankungen auszugleichen und echte Kosten einzurechnen, die in der Finanzbuchhaltung nicht gebucht werden dürfen.


Fremdleistungskosten

Fremdleistungskosten entstehen für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen anderer Unternehmen. Die in der Regel wichtigsten, falls die Tätigkeiten von externen Anbietern durchgeführt werden, haben wir kurz für euch aufgelistet:

  • Kosten für Versicherungen,
  • Kosten für Logistik
  • Kosten für Marketing,
  • Instandhaltungskosten,
  • Post-, Telefonkosten und
  • öffentliche Abgaben.

Beispiele zur Entstehung von Primärkosten

Primärkosten entstehen immer dann, wenn etwas direkt von außen bezogen wird und unmittelbar einer bestimmten Kostenstelle zugeordnet werden kann. In der Regel können solche Kosten von den gebuchten Beträgen aus der Finanzbuchhaltung entnommen werden.  

Beispiel 1:

Bei einem Unternehmen werden die Löhne und Gehälter auf die einzelnen Kostenstellen gebucht. Die Löhne der produktiv arbeitenden Mitarbeiter sind primäre Kosten, weil sie direkt einer Kostenstelle zugeordnet werden können.

Beispiel 2:

Eine EDV-Firma wird beauftragt einen PC zu reparieren, der als Anschluss für die CNC-Maschine genutzt wird. Bei der Reparatur für den Rechner der CNC handelt es sich um Primärkosten, weil sie direkt dem Produktionsprozess bzw. der Maschine zugeordnet werden können.

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