Was ist die SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse zielt darauf ab, die aktuelle Lage des Unternehmens und die gegenwärtig verfolgte Strategie durch eine präzise Untersuchung der Stärken (Strenghts) und Schwächen (Weaknesses) sowie der Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats), eine strategische Verbesserung der gegenwärtigen Marktposition zu erreichen.

Interne Stärken und Schwächen und externe auf Marktverhältnissen beruhende Chancen und Risiken sollen angepasst werden. Dabei werden explizit die Nachfrage- und Konkurrenzsituation in der Analyse berücksichtigt. Auf diese Weise können alle bedeutenden strategiebeeinflussenden Variablen beachtet werden.

Die SWOT-Analyse geht als Werkzeug der strategischen Analyse der Strategieentwicklung unmittelbar voraus. Nach der Zielsetzung wird die Analyse im Rahmen des strategischen Planungszyklus durchgeführt. Die SWOT-Analyse kann ergänzend zur strategischen Planung und Kontrolle verwendet werden.

Für die Planung ist die SWOT-Analyse insofern verwendbar, als sie bei der Herleitung strategischer Stoßrichtungen förderlich sein kann, den strategischen Handlungsraum zu strukturieren und mögliche Reaktionen auf Strategieänderungen zu bewerten. Zur Kontrolle ist sie insofern verwendbar, als sie zu einer ex-post-Betrachtung der durchgeführten Maßnahmen eingesetzt werden kann.

Stärken Schwächen Profil

Welche Vorteile hat die SWOT-Analyse?

  • Alle als wesentlich eingestuften Erfolgstreiber und Gefahrenquellen können erfasst werden und in die Analyse integriert werden.
  • Trotz subjektiver Betrachtungsweise wird eine Versachlichung der Strategiediskussion ermöglicht.
  • Die SWOT-Analyse wirkt komplexitätsmindernd, indem sie leicht verständlich viele für die strategische Gestaltung des Unternehmens wichtige Informationen verdichtet. Dabei können trotzdem die bedeutsamen Chancen und Risiken erkannt werden. Die SWOT-Analyse ist ein Instrument zur Veranschaulichung der Unternehmenslage und der strategischen Situation.
  • Die SWOT-Analyse wird in einem Diskussionsprozess durch ein Planungsteam erstellt. Dadurch kann das Können der Mitarbeiter verschiedener Unternehmensbereiche einbezogen werden. Die Analyse erhält eine breite Basis und Ahnungslosigkeit spielt eine bedeutend geringere Rolle.

Welche Nachteile hat die SWOT-Analyse?

  • Die SWOT-Analyse zeigt nur verschiedene Arten der Entwicklung bei gegebenen Konstellationen. Eine eindeutige Strategieableitung ist nicht möglich. Deshalb ist sie eher lagebeschreibend als strategiebildend, genau wie die Portfolioanalyse.
  • Die SWOT-Analyse gewichtet die genannten Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken nicht. Jeder genannte Aspekt gilt als gleich wichtig.
  • Außerdem ist die Abhängigkeit der Ergebnisse von den an der Analyse beteiligten Personen problematisch, welche die Merkmale der jeweiligen Einzelanalysen auswählen und bewerten müssen. Dabei besteht die Möglichkeit, dass wichtige Bereiche wegen subjektiver Einschätzungen ausgeblendet oder vergessen werden.
  • Außerdem ist es möglich, dass es durch die Verfolgung individueller Ziele zu Verzerrungen der Ergebnisse kommen kann.
  • Bei der Durchführung von Konkurrenz- und Marktanalysen bleiben höchstwahrscheinlich Informationslücken weiterbestehen, weil nicht alle relevanten Informationen vollständig sowie zu akzeptablen Kosten zu beschaffen sind.
  • Weiterhin müssen im Rahmen der Analyse qualitative Sachverhalte teilweise quantifiziert werden.
  • Wechselbeziehungen zwischen einzelnen Fähigkeiten und externen Einflüssen können nur bedingt über die Integration der vier Analysen berücksichtigt werden. Somit erfolgt keine für alle strategischen Entscheidungen ausreichend umfassende Informationserfassung.

Das Wichtigste zur SWOT-Analyse in Kürze

  • SWOT steht für Strenghts (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken).
  • Die SWOT-Analyse eignet sich gut für die Lagebeurteilung, weil sie eine genaue, unternehmensbezogene Situationsdarstellung ermöglicht wird.
  • Mit den notwendigen Diskussionen und der Einbeziehung vieler Unternehmensbereiche ermöglicht das Erstellungsverfahren eine gründliche Kenntnis des gegenwärtigen Zustandes.
  • Eine unmittelbare Ableitung von Strategien ist jedoch nur bedingt möglich, weil die mitgelieferten Normstrategien zu global bleiben.

Beispiele zur SWOT-Analyse

Beispiel 1: 

SWOT-Analyse BeispielDas metallverarbeitende Unternehmen Metall AG möchte eine SWOT-Analyse durchführen. Hierzu möchte das Unternehmen jeweils zwei Sachverhalte zu jedem Aspekt der SWOT-Analyse skizzieren.

Was sind mögliche Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken der Metall AG?

Interne Stärken:

  • Schnelles und flexibles Reagieren auf Kundenwünsche
  • Einige Patente sorgen für exklusive Produktionsleistungen

Interne Schwächen:

  • Niedrige Eigenkapitalausstattung
  • Mangel an Fachpersonal in der Region

Externe Chancen:

  • Der Produktionsstandort Deutschland ist ein Garant für hohe Qualität
  • Hohe Markteintrittsbarrieren aufgrund des Know-hows

Externe Risiken:

  • Abhängigkeiten beispielsweise von der Automobilindustrie
  • Fachkräftemangel in Zukunft durch schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt

Beispiele zur SWOT-Analyse

Beispiel 2: 

Der Fußballbundesligist FC XYZ möchte eine SWOT-Analyse durchführen. Hierzu möchte das Unternehmen jeweils zwei Sachverhalte zu jedem Aspekt der SWOT-Analyse skizzieren.

Was sind mögliche Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken des FC XYZ?

Interne Stärken:

  • Auslastungskapazität des Stadions liegt bei 95 %
  • Konstanter sportlicher Erfolg mit regelmäßiger CL-Teilnahme

Interne Schwächen:

  • Gelegentliche Finanzierungs- und Liquiditätslücken
  • Stadionkapazität bei CL-Spielen zu gering

Externe Chancen:

  • Ausgeprägtes Interesse an der Fußballbundesliga bei Zuschauern und Sponsoren
  • Neue Transfers durch sportlichen Erfolg

Externe Risiken:

  • TV-Einnahmen geringer als in Spanien und England
  • Konkurrenz durch andere Freizeitaktivitäten steigt

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