Was ist die Umlaufintensität?

Die Umlaufintensität (auch: Umlaufquote) informiert über den Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtkapital eines Unternehmens.

Der Wert des Umlaufvermögens ist mit dem Buchwert der unter Umlaufvermögen (§ 266 Abs. 2 B HGB) in der Bilanz zum Bilanzstichtag subsumierten Bilanzposten identisch, d. h. er umfasst im einzelnen Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, (kurzfristige) Wertpapiere sowie Kassenbestand und Bankguthaben.

Das Gesamtvermögen entspricht der Bilanzsumme. Die Umlaufquote wird nach folgender Formel berechnet:

  • Umlaufintensität = Umlaufvermögen / Gesamtvermögen

Die Höhe der Umlaufintensität erlaubt Schlussfolgerungen zur Kapitalbindung und Kostenflexibilität eines Unternehmens.

Interpretation der Kennzahl Umlaufintensität

Die Höhe der Umlaufquote ist branchenabhängig: Ein Handelsunternehmen wird wegen der hohen Vorratsbestände eine höhere Umlaufquote aufweisen als ein Maschinenbauunternehmen.

Hohe Umlaufintensität

Eine hohe Umlaufintensität – d. h. ein hoher Wert des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen – bedeutet:

  • eine kurzfristige Kapitalbindung: Kundenforderungen und Vorräte werden relativ schnell in liquide Mittel umgewandelt;
  • geringe Fixkosten (in Form der Abschreibungen);
  • eine geringe Kostenremanenz: verringert sich der Umsatz, können die Bestände und Kosten wegen ihres variablen Charakters entsprechend kurzfristig angepasst werden;
  • gegebenenfalls geringer Kapitalbedarf für Ersatzinvestitionen.

In den meisten Fällen ist eine hohe Umlaufquote aufgrund der genannten Aspekte positiv zu beurteilen; unter Umständen kann sie jedoch auch auf hohe bzw. überhöhte Lagerbestände oder ausstehende Forderungen bei Kunden hinweisen.

Diese Kennzahl ist im Zeitverlauf zu vergleichen und im Zusammenhang zu betrachten: Nimmt der Umsatz zu, wird in der Regel auch das Umlaufvermögen zunehmen, weil höhere Vorratsbestände benötigt werden und höhere Kundenforderungen vorliegen. Beide Bilanzposten gehören zum Umlaufvermögen.

Niedrige Umlaufintensität

Eine außergewöhnlich niedrige Umlaufquote bedeutet im Umkehrschluss eine entsprechend hohe Anlagenquote mit den dort beschriebenen Folgen. Allerdings kann eine gesunkene Umlaufquote auch positive Ursachen haben, z. B. wenn:

  • eine Optimierung der Lagerbestände oder Umstellung auf Just-in-time-Produktion zu fallenden Vorratsbeständen geführt hat oder
  • der Forderungsbestand durch kürzere Zahlungsfristen oder ein straffes Mahnwesen vermindert werden konnte.

Das Wichtigste zur Umlaufintensität in Kürze

Ähnlich wie die Anlagenintensität gibt die Umlaufintensität Aufschluss über die Flexibilität eines Unternehmens. Die Umlaufintensität stellt den Wert des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen dar.

UmlaufintensitätHat ein Unternehmen eine hohe Umlaufintensität, so kann es schnell auf Konjunktur- und Beschäftigungsveränderungen reagieren. Es kann aber auch sein, dass eine hohe Umlaufquote durch überhöhte Forderungen (= zu niedriger Debitorenumschlag) und zu hohe Lagerbestände (= zu geringer Lagerumschlag / zu lange Lagerdauer bedingt ist).

Die Vorrats- und Forderungsquote sind damit Indizien für die Absatzlage eines Unternehmens. Zusätzlich müssen auch die Umsatzerlöse betrachtet werden.

Aufgaben

  1. Die Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung der Eisenguss GmbH weist folgende Daten aus. Wie hoch ist die Umlaufintensität basierend auf den gegebenen Daten?
  • Eigenkapital: 5.000.000 €
  • Sachanlagevermögen: 4.500.000 €
  • Finanzanlagevermögen: 1.500.000 €
  • langfristige Verbindlichkeiten: 1.900.000 €
  • Zinsen für Fremdkapital: 150.000 €
  • kurzfristige Forderungen: 1.100.000 €
  • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: 1.450.000 €
  • Umlaufvermögen: 3.000.000 €
  • Gesamtkapital: 9.000.000 €
  • Bilanzgewinn: 1.000.000 €
  • Gewinnrücklagen: 2.500.000 €
  • Jahresüberschuss: 1.500.000 €
  • Fremdkapital: 4.000.000 €
  • Umsatzerlöse: 25.000.000 €
  • kurzfristige Verbindlichkeiten: 2.100.000 €
  • Zahlungsmittel: 450.000 €
  1. Umlaufintensität = Umlaufvermögen / Gesamtvermögen = Umlaufvermögen / (Eigenkapital + Fremdkapital) = 3.000.000 / (5.000.000 + 4.000.000) = 3.000.000 / 9.000.000 = 33,33 %

Literaturhinweise

  1. Giannaku, Andreas/Barth, Thomas (2017): Unternehmensanalyse mit Bilanzkennzahlen, 2. Aufl., 2017

Übungsfragen

#1. Was zählt nicht zum Umlaufvermögen?

#2. Welche Position spielt bei der Ermittlung der Umlaufintensität keine Rolle?

#3. Wieso ist eine hohe Umlaufintensität nicht immer gut?

#4. Wie kann eine negative Umlaufintensität unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verhindert werden?

#5. Ein Unternehmen hat zum 31.12.2022 die folgenden Bilanzwerte: Gebäude 100.000 €, Fuhrpark 50.000 €, Rohstoffe 15.000 €, Betriebsstoffe 2.000 €, Forderungen 15.000 €, Bankbestand 5.000 €, Gesamtkapital 200.000 €. Wie hoch ist die Umlaufintensität?

Fertig