Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt grob gesagt immer dann vor, wenn eine Gesellschaft einem Gesellschafter unangemessene Vorteile zulasten ihres Gewinns gibt. Inwieweit ein Vorteil unangemessen ist, lässt sich durch den Vergleich des Gesellschafters mit einem fremden Dritten ermitteln.

Die verdeckte Gewinnausschüttung war eine lange Zeit juristisch ungeklärt und somit oft Gegenstand von Verhandlungen an den Finanzgerichten. Heute gibt es klare Regelungen, welche den Gesellschaftern und den Gesellschaften gleichermaßen ein höheres Maß an Rechtssicherheit bieten. Die verdeckte Gewinnausschüttung betrifft wie gesagt eine Gesellschaft und dessen Gesellschafter und ist aus diesem Grund in zwei Ebenen zu unterteilen.

Gesellschaftsebene

Die verdeckte Gewinnausschüttung kann nur durch eine Gesellschaft (z. B. GmbH oder AG) erfolgen. Es handelt sich dabei um Zuwendungen, welche durch ein Gesellschafterverhältnis begründet sind. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine offizielle Ausschüttung des Gewinnes. Diese könnte in der Bilanz steuermindernd geltend gemacht werden. Das ist bei einer verdeckten Gewinnausschüttung nicht der Fall.

Die verdeckte Gewinnausschüttung muss außerhalb der Bilanz des Unternehmens den Einkünften desselbigen zugeordnet werden. Dadurch wird das Einkommen der Gesellschaft erhöht und die Gewerbesteuer, sowie die Körperschaftssteuer werden beeinflusst. Das Ziel der Regelungen bezüglich der verdeckten Gewinnausschüttung ist es, die ungebührliche Verwendung der Gewinnausschüttung in Form einer Entnahme von Vermögen durch die Anteilseigner zu vermeiden.


Verdeckte Gewinnausschüttung ErklärungDie verdeckte Art der Gewinnausschüttung ist immer dann gegeben, wenn die Geschäftsführung die Ausschüttung des Gewinns gegenüber einem Nicht-Gesellschafter nicht veranlasst hätte (vgl. R 8.5 Abs. 1 Satz 1 KStR). Darunter fallen vor allem in ihrer Höhe unangemessen Zahlungen gegenüber Gesellschaftern, welche eigentlich als Betriebsausgaben erfasst werden sollten. Gegenüber beherrschenden Gesellschaftern (mit Stimmanteil innerhalb des Unternehmens von mehr als 50 Prozent), aber auch gegenüber den Gesellschaftern nahestehenden Personen sind verdeckte Gewinnausschüttungen gegenüber dem Finanzamt anzugeben. Bei beherrschenden Gesellschaftern können diese Ausgaben nicht steuermindernd angegeben werden.

Gesellschafterebene

Sofern die verdeckte Gewinnausschüttung das private Vermögen des Anteilseigners betrifft, muss diese als Einkommen aus Kapitalvermögen gewertet werden. Ist der Gesellschafter mit mindestens 25 % seines Zeitaufwandes in der Gesellschaft tätig, so kann er die Einkünfte gemäß dem Teileinkünfteverfahren versteuern. Ist der Gesellschafter eine juristische Person, so ist die verdeckte Gewinnausschüttung steuerfrei. Diese Regelung gilt allerdings nur beschränkt und ist Abhängig von der Höhe der Anteile an der Gesellschaft. Auch international ist die verdeckte Gewinnausschüttung geregelt.

Warum ist eine verdeckte Gewinnausschüttung problematisch?

Verdeckte Gewinnausschüttung BeispieleWie bereits angedeutet besteht bei einer verdeckten Gewinnausschüttung die Möglichkeit dem Unternehmen Vermögenswerte zu entziehen. Dabei kann dieser Verlust auch als solcher betrachtet werden. Dies ist wiederum problematisch. Denn theoretisch könnten die Gesellschafter so eine Insolvenz verschleppen, andere Gesellschafter durch den Entzug des Vermögens schädigen oder gar illegal Vermögen aus dem Unternehmen entziehen und dieses so schädigen. Aus diesen Gründen war die verdeckte Gewinnausschüttung über Jahrzehnte eine Fall für die Gerichte und wurde von Experten teilweise kontrovers diskutiert.

Beispiele für eine verdeckte Gewinnausschüttung

  • Ein überhöhtes Gehalt eines Geschäftsführers oder eines Gesellschafters
  • Verkäufe von Wirtschaftsgütern durch die Gesellschafter zu überhöhten oder zu niedrigen Preisen
  • Der Gesellschafter gewährt dem Unternehmen einen Kredit zu marktunüblichen Konditionen
  • Vermietungen/Verpachtungen oder Warenlieferungen innerhalb des Konzerns zu nicht marktüblichen Preisen
  • Sonderfall: Die beiden zu 50 Prozent beteiligten Gesellschafter vereinbaren eine rückwirkende und angemessene Gehaltszahlung, sofern das Wirtschaftsjahr des Unternehmens erfolgreich abgeschlossen wurde

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