Allgemein

Die Kostenführerschaft (oder auch Preisführerschaft) ist neben der Qualitätsführerschaft und der Nischenstrategie eine der drei Marktbearbeitungsstrategien.

Kostenführerschaft — Ziele, Maßnahmen & Voraussetzungen

Ziele:

Das Ziel der Kostenführerschaft Strategie ist es, wie der Name bereits vermuten lässt, der effizienteste und kostengünstigste Anbieter auf dem Markt zu werden. So soll auf Dauer der größte Marktanteil erreicht werden.

Maßnahmen:

Um die mit der Kostenführerschaft verbunden Ziele zu erreichen, müssen einige Maßnahmen getroffen werden. Zunächst muss das Prinzip der Massenfertigung in dem Unternehmen eingeführt werden. Wenn jedes Produkt langsam mit Handarbeit hergestellt wird, kann keine Kostenführerschaft erreicht werden. Sobald eine Großserienfertigung genutzt wird, muss das Verfahren so standardisiert wie möglich sein. Kontinuierlich muss versucht werden die Produktivität (etwa durch Innovationen) der Verfahren weiter zu steigern. Diese Maßnahmen gelten nicht nur für die Herstellung sondern ebenfalls für den Vertrieb. Obendrein sollte das Management so einfach wie möglich gehalten werden. Eine komplizierte Verwaltung verlangsamt die Abläufe des Unternehmens nur.


Voraussetzungen:

Die maßgebliche Voraussetzung dafür, dass eine Strategie der Kostenführerschaft funktionieren kann, ist natürlich das Interesse der Anbieter an niedrigen Preisen. Wenn unseren Abnehmern der Preis egal wäre, könnte die Strategie nicht funktionieren. Als nächstes ist es enorm wichtig, dass ein Unternehmen, welches die Kostenführerschaft anstrebt, von sogenannten „Economies of Scale“ Gebrauch machen kann. Dies heißt im Klartext, dass unsere Kosten mit zunehmender Größe sinken. Ebenfalls wichtig sind sogenannte Lerneffekte. Diese besagen, dass das Unternehmen mit der Zeit dazu lernt, Einkauf/Fertigung/Vertrieb optimieren kann und so die Kosten senkt. Insgesamt sollten die Kosten also mit wachsender Erfahrung sinken. Infolgedessen kann es von großen Vorteil sein der erste Anbieter auf einem Markt zu sein, da die Lerneffekte so entsprechend früher eintreten. Obendrein ist ein möglichst effektives Controlling wichtig.

Beispiele

Beispiel 1:

Ein Beispiel aus der Praxis für die Strategie der Kostenführerschaft ist Aldi. Auf dem Markt für Lebensmittel ist Aldi einer der größten und kostengünstigsten Anbieter.

Kostenführerschaft Beispiel AldiDas Unternehmen zeichnet sich vor allem durch ein enorm hohes Maß an Standardisierung aus. So ist jeder Aldi auf der ganzen Welt in etwa gleich aufgebaut. Auch die Fertigungsabläufe sind standardisiert und werden ständig verbessert.


Obendrein kommuniziert Aldi seine Kostenführerschaft Strategie entsprechend. Da im Bereich Lebensmittel vor allem der Preis für viele Leute das zentrale Kaufkriterium ist, funktioniert die Kostenführerschaft Strategie sehr gut. Hinzu kommt, dass Aldi einer der ersten Großanbieter im Bereich Lebensmittel war. Dementsprechend kann Aldi auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen und enorme Lerneffekte realisieren.

Beispiel 2: 

Ein zweites Beispiel für eine umfassende Kostenführerschaft ist IKEA. Es lassen sich viele Parallelen zu Aldi erkennen. Auch IKEA ist der preisgünstigste und effizienteste Anbieter auf seinem Marktsegment.

KostenführerstrategieJeder der schon in mehreren IKEA Geschäften war weiß, dass diese stets ungefähr gleich aufgebaut sind. Dieses hohe Maß an Standardisierung, welches sich auch in der Fertigung finden lässt, ermöglicht dem Unternehmen enorme Kostenvorteile.


Ähnlich wie bei Lebensmitteln ist auch bei Möbeln der Preis das zentrale Kaufkriterium für einen Großteil der Leute. Durch Economies of Scale und ein effektives Controlling kann IKEA die Kosten so niedrig wie möglich halten. Obendrein ist IKEA genau wie Aldi schon viele Jahrzehnte im Geschäft und profitiert dementsprechend von Lerneffekten.

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