Was kennzeichnet die Global-Marketing-Philosophie?
Die Global-Marketing-Philosophie ist aber nicht nur auf die Marktbearbeitung ausgerichtet, sondern wirkt sich auch auf unternehmensinterne Bereiche aus. Die Standardisierung kann also beispielsweise die Informationsbeschaffung und Planungsverfahren betreffen. Auch in diesen Bereichen ist es möglich, Gemeinsamkeiten zu nutzen.
Im Global Marketing lassen sich zwei Stoßrichtungen abgrenzen:
Durch eine inhaltsorientierte Standardisierung wird eine Kostensenkung speziell im Marketing-Bereich über eine Vereinheitlichung der Inhalte der Marketing-Konzeptionen angestrebt. Standardisierte Konzeptionen sind durch identische Produkte zu veränderten Preisen, gleiche Distributionskanäle und ein gleiches Kommunikationskonzept gekennzeichnet (one product, one marketing, worldwide).
Das Ziel des prozessorientierten Global Marketing besteht in einer weitreichenden Standardisierung von Strukturen und Ansätzen zur Entwicklung, Realisierung und Kontrolle von Marketing-Konzeptionen sowie von Informations- und Führungsprozessen. Darüber hinaus können – neben dem Produktionsbereich – auch Personalauswahl und Personalentwicklung sowie der Planungsbereich in die Standardisierung einbezogen werden. Hier bestehen oftmals große Rationalisierungspotenziale.
Solche Maßnahmen können im Rahmen der Corporate Identity Strategie des Unternehmens unterstützt werden, insbesondere durch den Aufbau einer Global Corporate Culture – zu der beispielsweise auch weltweit standardisierte Personalentwicklungsprogramme gehören (vgl. Kreutzer 1987: Global Marketing, in WiST – Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 16. Jg., Heft 4, S. 205 ff.).
Eine Globalisierung ist aber nicht für jedes Land, jedes Produkt und jeden Markt zu empfehlen, da nicht alle nationalen Unterschiede und Konsumgewohnheiten aller Länder vereinheitlicht werden können. Daher sollte im gegebenen Falle nicht auf eine Differenzierung verzichtet werden.
Beispiele für Unternehmen, die sich auf eine Globalisierung ausgerichtet haben, sind IBM, Olivetti, Nestlé, Unilever und Benetton.