Welche Managementkonzepte gibt es?

Managementkonzepte können eingesetzt werden, um den aktuellen Unternehmensanforderungen  zu genügen. Die meisten dieser prozessorientierten Managementkonzepte nehmen vor allem die strategiekonforme Gestaltung der Organisationsstrukturen, aber auch der Unternehmenskultur ins Visier.

Benchmarking

Benchmarking bedeutet Lernen von den Besten und gibt so Anhaltspunkte für ehrgeizige, aber realistische Zielvorgaben. Um die eigene Unternehmensleistung mit einer anderen Unternehmensleistung zu vergleichen, kann Benchmarking Triebkräfte für die Gestaltung der Prozesse und Zielwerte für erfolgsentscheidende Prozessgrößen auslösen. Benchmarking ist eine Weiterentwicklung der Konkurrenzanalyse.

Just-in-Time-Produktion

ManagementkonzepteEine ausgeklügelte Logistik ist die Voraussetzung für Just-in-Time-Systeme. Die Bauteile werden automatisch aus dem Zentrallager ans Band gebracht. Auch die Zulieferer sind verpflichtet, ihre Teile zu genau vorbestimmten Zeiten zu liefern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch das Kaizen, ein System zur laufenden Verbesserung des Qualitätsstandards in der ganzen Wertkette.

Total Quality Management

Total Quality Management (TQM) ist ein umfassendes System zur Sicherung der Qualität mittels konsequenter Ausrichtung auf den Kunden bei gleichzeitiger Optimierung aller Prozesse.

Lean Management

Das System des schlanken Management wird durch das Zusammenspiel flacher Hierarchien, guter Teamarbeit, exakter Planung und Nullfehlerproduktion bestimmt. Alles zusammen ergibt kürzere Fertigungszeiten und geringere Arbeits- und Materialkosten.

Business Process Reengineering

Business Process Reengineering steht für die radikale Neuordnung wesentlicher Unternehmensabläufe mit Hilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Es erfordert eine völlige Neugestaltung von Unternehmensprozessen bei der Leistungserstellung; das Unternehmen soll neu erfunden werden.

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Dabei soll sich die Unternehmung auf höchstens acht Kernprozesse beschränken, die den Wettbewerbsvorteil bestimmen. Alles, was nicht direkt zum Kernprozess oder einem Unterstützungsprozess gehört, wird fremd vergeben (Outsourcing).

Die Zielsetzung besteht darin, durchgängige, schnittstellenfreie Prozesse vom Lieferanten bis zum Kunden zu bilden, die durchgängig von jeweils einem Team mit hoher Zuständigkeit und Verantwortlichkeit bearbeitet werden. Dies soll eine kostengünstige und kundenorientierte Gesamtbearbeitung ermöglichen.

Was sind Gemeinsamkeiten der Managementkonzepte?

Alle diese Managementkonzepte haben die folgenden Gemeinsamkeiten:

  • Die Implementierung dieser neuen Konzepte ist auf die Partizipation der Mitarbeiter angewiesen. Die Veränderungen erfolgen auch bottom-up, gehen also auch von den Mitarbeitern aus (Ausnahme: Business Process Reengineering).
  • Alle Modelle erfordern eine schlanke Gestaltung der unternehmensinternen und unternehmensexternen Prozesse (Effizienz), z. B. durch Reduktion der Unternehmenshierarchien, damit die Kommunikations- und Entscheidungswege direkter und schneller werden.
  • Die Orientierung an den Bedürfnissen der externen, aber auch der internen Kunden steht im Mittelpunkt (Effektivität),
  • Qualität wird nicht mehr nur als Produktqualität aufgefasst, sondern zudem als Fertigungs-, Prozess- und Kontaktqualität.
  • Alle Modelle erfordern hohe fachliche und soziale Qualifikationen der Mitarbeiter sowie Teamarbeit.

Fazit zu Managementsystemen

Letztlich zielen alle diese Ansätze auf eine Harmonisierung von Strategie, Strukturen und Kultur ab, denn davon hängt die erfolgreiche Umsetzung von Strategien weit gehend ab. Alle drei Elemente sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig.

Strukturen und Strategien, die von Menschen nicht akzeptiert werden, sind genauso wertlos wie eine starke Unternehmenskultur, die aufgrund einer verfehlten Strategie oder unzureichender Strukturen ineffektiv und ineffizient ist. Analog ist eine wohl durchdachte Strategie wirkungslos, wenn sie nicht auf dem menschlichen Verhalten und auf einer effizienten Struktur basiert.

Aufgaben zu Managementkonzepten

  1. Was sind Managementsysteme?
  2. Welches der strategischen Modelle der 1980er Jahre rückte schon die Unternehmensprozesse in den Mittelpunkt des Interesses? Welches der neueren Managementkonzepte macht Prozesse zur Richtschnur für die Organisation?
  1. Der wichtigste Bestandteil von Managementsystemen sind Informationssysteme, die das Management mit den zur strategischen Planung, Umsetzung und Kontrolle benötigten Informationen versorgen. Zu den Managementsystemen gehören außerdem Anreizsysteme für Manager und Personalbeurteilungs- und Personalentwicklungssysteme.
  2. Schon die Wertkette Porters (aus den 1980er Jahren) rückte den gesamten Prozess der Leistungserstellung innerhalb eines Unternehmens und die Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten in den Mittelpunkt des strategischen Interesses. Die Untersuchung der Tatkräfte der Wertkette schließt auch die Untersuchung der Verknüpfungen der Einzelaktivitäten ein. Die Analyse soll bei Bedarf in eine Neugestaltung der Wertkette (also der Prozesse) münden. Allerdings lehnt Porter traditionelle Organisationsstrukturen nicht ab. Die Vertreter des Business Reengineering dagegen wollen traditionelle Organisationsstrukturen durch eine an Kernprozessen orientierte Organisationsform ersetzen.

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