Was versteht man unter Stückaktien? 

Die Stückaktie ist eine bestimmte Form der Aktie. Aktien sind Wertpapiere, die einen bestimmten Anteil an einem Unternehmen verbriefen. Dieses Finanzierungsinstrument dient der Beschaffung von neuem Kapital und wird von den Kapitalgesellschaften verwendet. Dazu gehört die Aktiengesellschaft (AG) mit ihrer europäischen Form der Societe Europea (SE), die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).


Stückaktien DefinitionDie Veräußerung von Aktien erfolgt über den Handel an der Börse, über den außerbörslichen Over-the-Counter Handel (OTC) oder über ein betriebsinternes (Mitarbeiter)-Beteiligungsprogramm. Letzteres wird vor allem von den GmbHs genutzt, da diese in ihrer Reinform keinen Zugang zu den Börsenmärkten haben.

Die Ausgabe von Wertpapieren im Rahmen der Unternehmensfinanzierung wird der Außenfinanzierung sowie der Fremdfinanzierung zugeordnet. Das bedeutet, dass das Unternehmen keine eigens erwirtschafteten Umsätze oder Gewinne verwendet, sondern auf Kapital von externen Geldgebern zurückgreift.

Eigenschaften der Stückaktie

Die Stückaktie, auch unechte nennwertlose Aktie genannt, verbrieft einen exakten, prozentualen Anteil des Grundkapitals des zugrunde liegenden Unternehmens. Dieses Grundkapital wurde zuvor auf einen fixen Nennbetrag festgesetzt und anschließend durch eine bestimmte Anzahl von Stückaktien dividiert.


Die Stückaktie ist jung und wurde im Jahr 1998 in Deutschland eingeführt. Viele deutsche Kapitalgesellschaften, die an der Börse notiert waren, haben anschließend im Jahr 1999 mit Einführung des Euros als Buchgeld ihr System von Nennwertaktien auf Stückaktien umgestellt.

Heute gilt die Stückaktie als Standard für an den internationalen Börsenmärkten notierte Unternehmen, da sie den Vorteil eines variablen rechnerischen Wertes genießt und sich somit Wertänderungen besser darstellen lassen.

Stückaktien NennwertaktienWenn der Anteil einer Stückaktie am Grundkapital durch eine Kapitalerhöhung sinkt, spricht man von Verwässerung der Anteile. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, erhalten Altaktionäre, die bereits vor der geplanten Kapitalerhöhung Stückaktien des Unternehmens besaßen, Bezugsrechte. Mit diesen haben sie das Recht junge Aktien zu erwerben, um ihren ursprünglichen Anteil am Unternehmen beizubehalten.

Der § 9 Abs. 1 AktG regelt, dass bei einer Kapitalerhöhung der Preis der jungen Aktien nicht unter dem Nennwert der vorhandenen alten Aktien liegen darf. Im Fall einer Stückaktie wird der ursprüngliche rechnerische Wert herangezogen.

Weiterhin regelt der § 8 Abs. 3 AktG, dass der rechnerische Wert die Untergrenze von 1 Euro nicht unterschreiten darf. Jede Stückaktie, deren rechnerischer Wert diese Grenze verletzt, gilt in Deutschland als nichtig.

Im Folgenden möchten wir kurz einige Alternativen zur Stückaktie nennen und erklären.

Eigenschaften der Nennwertaktie

Die Nennwertaktie ist das Gegenstück zur Stückaktie. Bei der Berechnung des Anteils am Unternehmen hat jede Nennwertaktie einen festgelegten Nominalwert, der im übertragenen Sinne mit dem rechnerischen Wert einer Stückaktie zu einem bestimmten Zeitpunkt vergleichbar ist. Jedoch ist dieser bei der Nennwertaktie unveränderlich.

Wird der Nominalwert mit der Anzahl der ausgegebenen Nennwertaktien multipliziert, errechnet sich das Grundkapital der Aktiengesellschaft. Im Zuge einer Kapitalerhöhung verändert sich folglich nur die Anzahl der Aktien.

Eigenschaften der Quotenaktie

StückaktienDie Quotenaktie ist eine in den USA und in Kanada geläufige Aktienform und der Stückaktie sehr ähnlich. Sie verbrieft ebenso einen festen, prozentualen Anteil an einem Unternehmen. Jedoch liegt der Berechnung des Anteils kein Grundkapital zugrunde, sondern ausschließlich die Anzahl der Aktien bestimmt den Anteil. Aus diesem Grund besitzt die Quotenaktie auch keinen rechnerischen Wert und wird daher als echte nennwertlose Aktie bezeichnet.

Werden demzufolge 10.000 Aktien ausgegeben, ist jede Aktie immer 0,01 Prozent des Unternehmens wert.

Beispiele

Beispiel 1:

Ein Unternehmen weist ein Grundkapital in Höhe von 1 Mio. Euro aus und möchte insgesamt 10.000 Aktien ausgeben. Jede dieser Aktien entspricht folglich 0,01 Prozent des gesamten Grundkapitals.

Aus diesem Ergebnis resultiert der rechnerische Wert, den jede Stückaktie besitzt. Er wird benötigt, um den exakten Anteil pro Stückaktie zu berechnen.


Stückaktie BeispieleIn diesem Beispiel wären dies 100 Euro, da dieser Betrag multipliziert mit der Anzahl der Aktien das festgelegte Grundkapital ergibt. Der rechnerische Wert ändert sich, sobald das Unternehmen eine Kapitalerhöhung vornimmt. Bei der Durchführung ist zu beachten, dass jede Stückaktie stets zu gleichen Anteilen das Grundkapital abbildet.

Nun werden 2.000 neue Aktien ausgegeben, um das Grundkapital auf 1,5 Mio. € zu erhöhen. Wie lautet der neue rechnerische Wert der Stückaktie?

Würden 2.000 neue Aktien ausgegeben werden, um das Grundkapital auf 1,5 Mio. Euro zu erhöhen, so müsste nach der Kapitalerhöhung der neue rechnerische Wert jeder Stückaktie auf 125 Euro festgelegt werden (1.500.000 Euro Grundkapital / 12.000 Aktien).

Damit ist die Bedingung erfüllt, dass jede Stückaktie den gleichen Wert am Grundkapital abbildet. Dennoch sinkt dieser betragsmäßig infolge der Kapitalerhöhung von 0,01 % auf 0,0083 % (125 Euro / 1.500.000 Euro neues Grundkapital * 100).

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