Wie erfolgt die Strategieimplementierung?

Die Strategieimplementierung erfolgt, nachdem die Verantwortlichen aufgrund einer fundierten Analyse (z. B. Unternehmensanalyse und Marktanalyse) eine Strategie formuliert haben. Man spricht auch von Strategieumsetzung oder Strategieerfüllung. Strategien können nur erfolgreich sein, wenn sie tatsächlich im Unternehmen gelebt werden. Vielfach stellt die größte Herausforderung in Unternehmungen nicht die Strategieentwicklung, sondern die Strategieumsetzung dar.

  • Damit die Umsetzung gelingt, muss die Strategie zunächst kommuniziert werden.
  • Danach sollte die Strategie schnell in Form von Strategieprojekten umgesetzt werden.
  • Damit die Strategien auch nachhaltig umgesetzt werden, müssen sie ganzheitlich mit dem Aufbau und den Abläufen der Organisation, den Managementsystemen und mit der Kultur des Unternehmens abgestimmt werden.

Wozu dienen Strategiepapiere im Rahmen der Strategieimplementierung?

Die entwickelten Strategien sind umzusetzen. Dabei ist das Management auf das Engagement aller Mitarbeitenden angewiesen. Um deren Motivation zu fördern, müssen alle relevanten Mitarbeiter (vor allem die Führungskräfte der mittleren und der unteren Ebene und wichtige Multiplikatoren unter den Mitarbeitern) über die strategischen Planungen informiert werden mit dem Ziel, dass sie sich weit gehend mit den strategischen Zielen identifizieren.

Strategiepapiere stellen Hilfsmittel für die interne Kommunikation der strategischen Entscheidungen dar. In der betriebswirtschaftlichen Praxis und in der Literatur sind viele unterschiedliche Beziehungen für diese schriftlichen Absichtserklärungen zu finden. Wichtig ist, dass wir verstehen, wozu diese Papiere gebraucht und wem sie zugänglich gemacht werden:

  • Für die strategischen Geschäftseinheiten (SGEs) bestimmte Strategiepapiere beschreiben die strategischen Ziele und Vorgehensweisen schon relativ konkret. Konkurrenten könnten das zu erwartende Verhalten dieser Unternehmung antizipieren und die Einzigartigkeit des Wettbewerbsvorteils wäre nicht mehr gewährleistet, falls die Wettbewerber frühzeitig von diesen Verfahrensweisen Kenntnis erlangten. Deshalb werden Strategiepapiere für SGEs  weitgehend vertraulich behandelt und im Allgemeinen nur innerhalb des Unternehmens lediglich denjenigen Mitarbeitenden bekannt gemacht, die sie kennen müssen.
  • Damit alle Unternehmensmitglieder verinnerlichen können, welche Zukunft das Unternehmen als Ganzes anstrebt, und somit am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen können, bedarf es einer schriftlich formulierten Unternehmensstrategie. Ein derartiges Dokument zur Kommunikation der Gesamtunternehmensstrategien ist meistens abstrakter formuliert und hat deshalb Ähnlichkeit mit unternehmenspolitischen Leitbildern. Viele Unternehmen geben zur Kommunikation der normativen und strategischen Entscheidungen eines Gesamtunternehmens oft nur ein Papier heraus, das sie einfach Leitbild nennen.

Wie werden Strategien implementiert?

Um strategische Erfolgspositionen (SEPs), also einen uneinholbaren Vorsprung vor der Konkurrenz aufzubauen, ist es oft wichtig, die Strategien schnell umzusetzen. Das kann vor allem durch konsequentes Projektmanagement erreicht werden:

  • Nach einer Gegenüberstellung der Soll- und Ist-Zustände zwischen strategischen Zielen und aktueller Lage werden eindeutige Maßnahmen und Projekte verwirklicht, die die Differenz des Ist-Zustands vom Soll-Zustand kompensieren sollen.
  • Für die bedeutendsten dieser Maßnahmen benennt die Unternehmensleitung oder die betroffenen SGE Projektteams und Projektleiter, die die Projekte kurzfristig durchführen.

Wie wirken Strategien nachhaltig infolge der Strategieimplementierung?

Nachhaltig wirkt eine Strategie nur, wenn die Führungskräfte und die Mitarbeiter von ihr überzeugt sind. das ist am ehesten gegeben, wenn sie:

  • hervorgeht aus einer angemessenen Unternehmenspolitik (vertikaler Fit) und
  • flankiert wird von einer entsprechend gestalteten Struktur (Aufbau- und Ablauforganisation und Managementsysteme) sowie von einem entsprechenden Verhalten der Unternehmensmitglieder als Teil der Unternehmenskultur (horizontaler Fit).

Wie können die Organisation und die Managementsysteme strategiegerecht gestaltet werden?

Strategien müssen flankiert werden von harten Erfolgsfaktoren, vor allem von strategiegerechten aufbau- und ablauforganisatorischen Regelungen. In der Vergangenheit wurde meistens die bürokratische Organisationsform realisiert, die auf eindeutigen hierarchischen Strukturen beruhte. Heutige Probleme erfordern eher kleinere, selbstständige Organisationseinheiten, die auch dem einzelnen Mitarbeiter eine selbstständige und verantwortungsvolle Mitarbeit ermöglichen.

Was geht vor, die strategischen Programme oder die Organisationsstrukturen? Meist gilt die Reihenfolge „Structure follows Strategy“. Die Organisation wird also auf die beschlossenen Strategien zugeschnitten. Manchmal ist es aber empfehlenswert, die Strategien auf die Organisationsstrukturen abzustimmen.

In Abstimmung mit den organisatorischen Regelungen sind strategiekonforme Managementsysteme zu etablieren, die dem Management die notwendigen Ausgangsinformationen zur Formulierung strategischer Programme zur Verfügung stellen und nach der Strategieformulierung zur Durchsetzung der strategischen Programme dienen. Der wichtigste Bestandteil von Managementsystemen ist

  • ein den Bedürfnissen des Unternehmens angepasstes Informationssystem (ein System zur Gewinnung, Aufbereitung und Verarbeitung von Informationen, das dem Management zur Umweltanalyse und Unternehmensanalyse, Planung, Steuerung und Kontrolle dient). Zu den Managementsystemen gehören aber auch:
  • Anreizsysteme für Manager: durch welche Anreize, z. B. Belohnungen, sollen bestimmte erwünschte Verhaltensweisen der Führungskräfte gefördert werden?
  • Personalbeurteilungs- und Personalentwicklungssysteme: Wie werden Mitarbeiter auf Führungspositionen vorbereitet, wie die Karrierewünsche der Mitarbeiter mit den Bedürfnissen des Unternehmens nach qualifiziertem Personal in Deckung gebracht?

Wie wird strategiekonformes Problemverhalten gewährleistet?

Strategieimplementierung BeispielDie Unternehmenskultur (normative Verhaltensebene) besteht aus den Werten und Normen, die meistens nirgendwo aufgeschrieben sind, aber trotzdem das Verhalten der Mitarbeiter lenken. Auf der strategischen Ebene offenbart das Problemverhalten der Mitarbeiter und Führungskräfte, welche unsichtbaren Werte und Normen die Mitarbeiter lenken. Das Problemverhalten soll die Umsetzung der strategischen Programme fördern.

Beispiel

Ein Reisebüro will die strategische Erfolgsposition bedürfnisorientierte Reisezielberatung entwickeln. Es sollte seine Mitarbeiter z. B. darin schulen, wie sie die Kunden durch aktives Zuhören und durch geeignete Fragen ermuntern können, ihre Vorstellungen und Träume in Bezug auf ihre Urlaubsreise zu formulieren.

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